bewegende Geschichte Italiens
Die Geschichte der Apenninen-Halbinsel, Siziliens und Sardiniens in nachantiker Zeit, ist die Geschichte eines Gebiets, welches zwischen 568 nach Christus und 1870 keine staatliche Einheit bildete. Der ursprünglich nur geografisch gemeinte Begriff Italien gewann erst seit dem 12. Jahrhundert politische Bedeutung; gleichzeitig wurde ungeachtet der staatlichen Zersplitterung ein Gemeinschaftsgefühl der Landesbewohner fassbar, welches nicht zuletzt auf gemeinsame Sprache beruhte. Jedoch erst 1859 konnte die Bewegung des Risorgimento Italien auch politisch einigen.
Mit dem Untergang des römischen Reiches wurde Italien zum Kampfplatz ausländischer Mächte. Dies führte dazu, dass die Bevölkerungszahlen immer weiter abnahmen und das Volk verelendete. In dem Heer dass überwiegend aus Barbaren bestand dominierten die Germanen, schon lange bevor sie die eigentliche Herrschaft übernahmen. 476 endete das weströmische Reich und die Goten und Langobarden übernahmen die Macht. Dies führte zu einer Zersplitterung des Landes in mehrere kleine Herrschaftsgebiete. Während des 8. und 9. Jahrhunderts hatten die Franken die Macht im zersplitterten Italien. Unter ihrer Herrschaft entstand ein eigenes Königreich Italien, welches seit Otto dem großen zum heiligen römischen Reich gehörte. Ausgenommen war hiervon jedoch der Süden, der lange Zeit noch von den Byzantinern beherrscht wurde. Dies änderte sich langsam im 1. Jahrhundert, als die Normannen damit begannen, Süditalien zu erobern.
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Während des 11. Jahrhunderts erlebten vor allem die norditalienischen Städte durch Handelsbeziehungen einen Aufschwung und wurden immer selbstständiger. Mit dem Untergang der Macht der Staufer im Jahre 1268 zerfiel Norditalien in selbstständige Städte mit entsprechendem Umland, die formal jedoch immer noch Teil des heiligen römischen Reiches waren. Süditalien wurde ab dem selben Jahr von der französischen Dynastie der Anjou regiert. Während des 14. und 15. Jahrhunderts erlebte Italien eine erneute Blüte Es entstanden fünf Mächte, die aus Mailand, Florenz, Venedig, dem süditalienischen Königreich und dem Kirchenstaat bestanden und sich abwechselnd die Macht über Italien teilten.
Im Jahre 1805 ernannte sich Napoleon in Mailand zu König von Italien. Nach dem Untergang des napoleonischen Reiches zerfiel Italien wieder in seinen vorherigen Zustand. In der Zeit von 1815 - 1870 kam es zu drei Unabhängigkeitskriege die zur Vereinigung Italiens führten. 1861 wurde Viktor Emanuel II zum König von Italien.
Während des ersten Weltkrieges löste sich Italien aus dem „Dreibund“ mit dem deutschen Reich und dem Österreichisch-Ungarischen Reich und trat dem Militärbündnis von England, Frankreich und Russland bei. Was dem italienischen Königreich nach dem Sieg der Koalition, die Gelegenheit gab, Südtirol, Julisch Venetien und Trentino zu annektieren.
1922 übernahm der Faschist Benito Mussolini die Macht in Italien Mit Beginn des zweiten Weltkrieges trat Mussolini einem dreier Pakt mit Hitlers Deutschem Reich bei. 1943 wurde Mussolini gestürzt und Italien wechselte auf die Seite der Alliierten. Dies hatte den Einmarsch der Deutschen zur Folge die Mussolini befreiten und eine Marionettenregierung installierten, die von Norditalien bis Rom reichte. Im Frühjahr 1945 musste dann die deutsche Wehrmacht und die entsprechenden italienischen Verbände vor den Alliierten kapitulieren. Nach Ende des zweiten Weltkrieges, am 22.12.1947, beschloss eine verfassungsgebende Versammlung eine neue „La Costituzione della Repubblica Italiana“, die am ersten Januar des darauf folgenden Jahres in Kraft trat.
Es folgen Jahrzehnte mit häufigen Regierungswechsel, dem italienischen Wirtschaftswunder und einer hohen Inflation des italienischen Lire. Italien wird Gründungsmitglied der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und ist auch heute Mitglied in der Europäischen Union.