Italien und seine Kunst

Die italienische Kunst ist reich an griechischem, etruskischem, italienischen, römischen, frühchristlichen und byzantinischem Kulturerbe. Dass in Italien bis zum 19. Jahrhundert eine politische Einheit fehlte begünstigte die Entwicklung mehrerer selbstständiger Kunstzentren, die miteinander in Konkurrenz standen und so eine ungewöhnliche Vielfalt hervorbrachten. Während zwischen dem 8. und dem 13. Jahrhundert in der Toskana und in Rom immer gegenwärtigen antiken Tradition vorherrschten war der Einfluss in Norditalien von deutschen, französischen und byzantinischen Einflüssen geprägt. In Venedig und Süditalien dagegen herrschten eher die byzantinischen und islamischen Einflüsse vor. Ab den 13. Jahrhundert kam es dann zu einer künstlerischen Erneuerung die den Beginn der eigentlichen italienischen Kunst einleitete. Mit Beginn der Frührenaissance, um 1400, übernahm Italien die führende Rolle innerhalb der italienischen Kunst, welche bis zur Zeit des Barock andauerte. Im 20. Jahrhundert leistete die italienische Kunst erneut mit dem Futurismus, der Pittura metafisica, der Arte povera und der Transavangardia wichtige Beiträge.

Bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts hielt die italienische Baukunst am frühchristlichen Basilikatyp fest. Zu den wenigen erhaltenen Beispielen des frühen 11. Jahrhunderts gehört der Dom in Torcello. Beispiele für frühmittelalterliche Wandmalerei die ausgedehnten Zylen die frühchristliche Tradition fortsetzte, finden sich in San Lorenzo findet in San Vincenzo al Volturne.

Der Gotische Stil gelangte durch die Zisterzienser i 12. Jahrhundert in die italienische Baukunst. Sie brachten die französisch-gotischen Formelemente wie Rippengewölbe und Spitzbögen nach Italien. Von diesem schon vereinfachten Konstruktionssystem geht die Bettelordenarchitektur aus, mit der Italien einen eigenständigen, der französischen Kathedralgotik entgegengesetzten Beitrag zur Gotik leistete. In der Malerei kam es während der Gotik zu einem Neubeginn, durch die Lösung von der mittelalterlich-byzantinischen Tradition um 1300. Dies bedeute eine tiefgreifende Wende. Als Schlüsselfigur gilt hierfür Giotto, der einen klar begrenzten, konsequent konstruierten Bildraum mit in greifbarer Körperlichkeit sorgfältig modellierten Figuren besetzte, wobei er das Handlungsgeschehen und die Anzahl der Personen auf das Wesentliche beschränkte.

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Während der Renaissance zeichnet sich in der Baukunst die bewusstere Verwendung von antiker Säulenordnungen, stärkere Plastizität der Gliederung und der äußersten Klarheit der Maßverhältnisse aus. Leitmotiv der Epoche war der harmonisch in sich ruhende Zentralbau der in den Entwürfen von Michelangelo und Bramantes in den Neubau St. Peters in Rom gipfelte. Die reichste Entfaltung fand die Renaissance in der Malerei. Für Leonardo, den Inbegriff des Universalgenies der Renaissance, sind Wissenschaft und Malerei untrennbar verbunden. Das Studium der Anatomie, Proportionslehre und Perspektive sowie die unmittelbare Naturanschauung sind die wichtigsten Voraussetzungen. Die größte Bedeutung sieht er doch im schöpferischen Akt. In der Betonung der künstlerischen Idee leistete er einen entscheidenden Schritt zur Autonomie der Kunst und zu einer neuen Bewertung des Entwurfs.

Die großen Städtebaulichen während des Barock (um 1600) in Rom gaben Anstöße, Plätze, Straßenzüge, Gebäude, Brunnenanlagen und Treppen in neuer Weise aufeinander zu beziehen. C. Maderna griff in seinem Werk Baugedanken Michelangelos und Vignolas auf und wurde richtungsweisend für die plastische Durchgestaltung der Kirchenfassaden des 17. Jahrhunderts. Während des Barock wurde Rom zum internationalen Zentrum der Malerei. Epochale Wirkung ging vor allem von dem Lombarden Caravaggio aus, der mit zupackendem Blick auf die Wirklichkeit biblische Themen ohne Idealisierung radikal neu interpretierte.

Den Klassizismus in der Baukunst vertraten im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts und im frühen 19. Jahrhundert G. Piermarini der in der Lombardei tätig war und Guiseppe Valader in Rom. Die Aufgaben waren öffentliche repräsentative Bauten, Privataufträge und der Systematisierung übergehende Städtebau. Die Wendung vom Barock zum Klassizismus in der Malerei, die sich schon in den Kupferstichfolgen Piranesis ankündigte, vollzog 1760/61 der Deutsche A.R. Mengs mit seinem Parmaß in der Villa Albani in Rom. Zentren der akademischen Malerei waren Rom, Florenz und Rom. Eine dem Realismus zugewandte Gruppe entstand in Neapel, zu denen unter anderem D. Morelli gehörte. Die den Impressionisten verwandte Gruppe, ist war die Gruppe der Macchiaioli.