Wirtschaft in Italien
Italien nimmt mit seinem Bruttosozialprodukt einen der oberen Plätze bei den EU-Staaten ein. Italien ist ein Industriestaat mit einem marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystem. Besonderes Merkmal hierbei ist die starke Beteiligung des Staates an der Führung der großen industriellen Betriebe. Der Staat hat seine Befugnisse an mehrere unterschiedliche Holdinggesellschaften delegiert. Diese sind für die Tätigkeit bestimmter Industriezweige und Nebenbetriebe zuständig. Somit unterstehn nicht nur die örtlichen Versorgungsbetriebe, Eisenbahnen und Luftfahrtsgesellschaften dem Einfluss des Staates, sondern auch Großbanken. Die staatliche Beteiligung bei Erdöl und Erdgasbetrieben beträgt 100% und fast 100% bei Stahlindustrie, Schiffsbau, Fahrzeug- und Maschinenbetrieben sowie dem Hüttenwesen.
Den Übergang vom Agrarstaat zum Industriestaat konnte das südeuropäische Land, begünstigt durch die starke staatliche Einflussnahme, ziemlich früh vollziehen. Bereits im Jahre 1933 wurde das Istituto per la Ricostruzione Industriale (IRI) zur Unterstützung der Banken durch den Erwerb entsprechender Wertpapiere und Beteiligungen an Unternehmen. Die zweite Holdinggesellschaft Ente Nationale Idrcarburi (ENI wurde 1953 gegründet und befasst sich besonders mit der Entwicklung der Energiewirtschaft. Die ENI und die IRI wurden seit sie gegründet wurden vor allem dazu benutzt, staatliche Investitionslenkungen zu betreiben und somit sehr wichtige Instrumente der Wirtschaftspolitik Italiens.
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Die Landwirtschaft Italiens hat immer noch eine sehr große Bedeutung. Große klimatische Unterschiede prägen die italienische Landwirtschaft. Etwa 60% der gesamten >Fläche werden landwirtschaftlich genutzt. Davon entfallen in etwa 55% auf Ackerland 20% auf Dauerkulturen (Rebkulturen und Olivenhaine), 15% auf Wiesen und Weiden. Kleine und Kleinstbetriebe dominieren das Bild. Die Durchschnittsgröße pro Betrieb liegt bei etwa 10 ha. Die Agrarexporte haben einen Anteil von etwa 12% und werden zu 75% in die EG-Staaten ausgeführt. Etwa ein fünftel der Gesamtfläche ist bewaldet. Sehr große Teile davon bestehen jedoch nur aus Baumgruppen und minderwertigem Gebüsch. Die bereits während der Römerzeit beginnende Übernutzung der Wälder kann nur allmählich wieder durch Aufforstungen überwunden werden.
Ein weiterer großer Wirtschaftszweig ist die Fischerei. Italien verfügt über eine große Fangflotte mit der in der Küstenfischerei große Mengen von Meeresfischen, Weichtieren und Schalentieren gefangen werden.
Italien ist arm an Rohstoffen. Die Erdölreserven werden gerade mal auf 100 Millionen Tonnen geschätzt. Die Vorkommen an Erdöl liegen hauptsächlich in Südsizilien und in der Provinz Bergano. Erdgas wird hauptsächlich in der Poebene und in Apulien gefördert und unter dem Meer in der Adria und im Ionischen Meer. Die in Italien geförderte Braunkohle kann ebenfalls nur einen kleinen Teil des bestehenden Bedarfs decken.
In Italien wird neben der Braunkohle auch Quecksilber, Antimonerz, Pyrit und Marmor abgebaut.
Die Energieversorgung basiert hauptsächlich auf importierter Steinkohle und importierten Erdöl.
Die industriellen Wirtschaftszentren liegen hauptsächlich im Norden von Italien. Hierbei ist dass größte und wichtigste industrielle Ballungsgebiet das Städtedreieck Turin-Genua-Brescia. Mailand bildet hierbei den Mittelpunkt. Seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts werden Versuche unternommen,auch den wirtschaftlich rückständigen Süden zu industrialisieren. Dies geschah allerdings bisher nur mit mäßigem Erfolg. Die wichtigsten Industriezweige bei der verarbeitenden Industrie, sind die Metallurgie, der Kraftfahrzeug- und der Maschinenbau, sowie der Schiffsbau und die Herstellung elektrotechnischer Erzeugnisse. Außerdem die chemische Industrie, die Reifenproduktion, die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, sowie die Bekleidungsindustrie. Eine sehr alte Tradition die ihr Zentrum in Como hat und in Westeuropa führend ist, ist die Seidenindustrie.