italienische Literatur
Die italienische Literatur begann relativ spät. Für diesen Sachverhalt mögen zwei Gründe ausschlaggebend gewesen sein. Zum einen existierte eine sehr umfangreiches mittelalterliches Schrifttum auf der italienischen Halbinsel, welches unter anderem in den Klöstern Bobbio und Monte Casino besonders gepflegt wurde. Durch die Nähe der italienischen Sprache zum Lateinischen, konnten die intellektuellen Bedürfnisse der damaligen Zeit, auf der Basis dieser Literatur befriedigt werden. Außerdem war Italien über viele Jahrhunderte den verschiedensten Invasoren ausgesetzt. Die die Entwicklung einer zentralistisch organisierten Sozialstruktur im Wege stand. Dies begünstigte zwar die Entstehung der italienischen Stadtstaaten und wie schon erwähnt der verschiedenen Kulturzentren, benachteiligte aber die Pflege einer national-italienischen Literatur in großem Maße. So findet man einige alltags und Rechtstexte, die aber ohne besondere literarische Bedeutung sind. Die ersten schriftlich überlieferten Zeugnisse der Verwendung italienischer Dialekte fanden sich in dem Ritmo laurenziano, einer Spielmannsbitte die aus dem 12. Jahrhundert stammt und dem provenzalischen Trobadur Raimbaut De Vaqueiras (12. – 13 Jh.), der als einer der ersten versuchte sein Publikum mit seinen Dichtungen zu unterhalten. Durch ihn wurde auch das provenzalische zum Beispiel in den Dichtungen Sordellos, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zur Literatursprache in Italien. Seiner Vorherrschaft bereiteten die thematisch von der südfranzösisch Liebeslyrik beeinflussten Sizilianischen Dichterschule am Hofe Kaiser Friedrichs II. und die von der franziskanischen Bewegung inspirierten Laudendichtung ein Ende.
Im 14. Jahrhundert entwickelt Guido Guinizelli den süßen neuen Stil. Der Dante Alighieri zur einer ersten Meisterschaft verhalf. Bis heute ist Dante mit seiner göttlichen Komödie einer von Italiens größten Dichtern. Das 15. und 16. Jahrhundert war geprägt vom Humanismus und von der Renaissance. Ferrara entwickelte sich zu einem kulturellen Zentrum. In dem Künstler wie Boiardo Epen wie den verliebten Roland schufen.
Der glorreichen Renaissance folgt ein dunkles Jahrhundert für die italienische Literatur. Im Wesentlichen gab es nur schwache Imitationen von Künstlern der Renaissance. Zugleich entwickelte sich aber eine neue Gattung. Es war die Geburtsstunde der Oper, welche die gesamte gebildete Welt erobern sollte.
Das 18. Jahrhundert war die Zeit des Klassizismus und der Aufklärung. 1690 wurde die Accademia dell`Arcadia in Rom gegründet. Sie war als Gegenbewegung zum Marinismus gegründet worden. Sie wollten zurück zu einer einfachen Sprache. Zu den wichtigsten Vertretern gehörten Pietro Metastasio (1698 – 1782), Carlo Goldoni (1707 – 1793) und Vittorio Alfieri (1749 – 1803). Auch Goethe wurde während seiner zweiten Italienreise zu einem Mitglied der Accademia ernannt.
Die Romantik des 19.Jahrhundert war in Italien mit politischen Zielen verbunden. Ihren Beginn markierte ein Artikel der Madame de Staël im Jahre 1816, der den Italienern nahelegte fremde Literaturen durch Übersetzungen kennenzulernen. Die bekanntesten Vertreter der italienischen Romantik waren Alessandro Manzoni (1785 – 1873), Giacomo Leopardi (1798 – 1837) und Giosué Carducci (1835 – 1907) der als erster Italiener 1906 den Nobelpreis für Literatur erhielt.
Die bekanntesten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts waren unter anderem Gabriele D´Annunzio (1863 – 1938) der sich in allen literarischen Gattungen versuchte. Italo Svevo (1861 – 1928) erlangte Bekanntheit durch die Vermittlung von James Joyce. Die wichtigsten Lyriker dieser Zeit waren Salvatore Quasimodo (1901 – 1968), Giuseppe Ungaretti (1888 – 1970) und Eugenio Montale (1896 – 1981) der sich der faschistischen Diktatur Mussolinis und seiner Partei verweigerte. Das 20. Jahrhundert war auch das Jahrhundert der Literaturnobelpreise für Italien. Neben Carducci der einen 1906 erhielt bekamen Grazia Deledda einen1926, Luigi Pirandello 1934, Salvatore Quasimodo 1959, Eugenio Montale 1975 und Dario Fo 1997 jeweils einen Nobelpreis.